Gibt es verschiedene Arten von Kapitalismus? Kann sich eine Gesellschaft aussuchen, ob sie einen „guten“ oder einen „bösen“ Kapitalismus haben will? Die seit einiger Zeit salonfähige Kapitalismuskritik angesichts von Finanz-, Bank- und Staatsschuldenkrise baut stets darauf, dass es eine Variante des Kapitalismus gebe, die uns retten könne: die Soziale Marktwirtschaft. Aber ist ein mittlerweile „globalisierter“ Kapitalismus wirklich das geeignete Versuchsobjekt für moralische Dressurversuche? Und wer hat die Macht, den „Raubtierkapitalismus“ zu „bändigen“?
Vielleicht sind es Gesetzmäßigkeiten in der Entwicklung und Entfaltung eines Profitsystems, die zu diesem gigantischen Überschuss an Kapital führen, der die Finanzspekulationen ausufern lässt?
Den Banken sollen „Schranken“ gesetzt werden. Was aber, wenn die Banken nicht die Wurzel des Übels sind?
Die Occupy-Bewegung entspringt einerseits dem weitverbreiteten Gefühl, den Beutezügen der Profitjäger nicht mehr tatenlos zusehen zu wollen. Andererseits soll sie in die längst aufgestellte Falle laufen und glauben, das „Finanzwesen“ mit seinem „Investmentbanking“ sei Schuld an allem.
Und so lange ist die Occupy-Bewegung den EU-Politikern und Leitartikel-Journalisten eigentlich auch ganz sympathisch.