Unsere Gesellschaft ist ein Parasit. Dieses wenig schmeichelhafte Urteil schreit nach Erläuterungen. Aber gibt es nicht etwas, das wir, allen theoretischen Überlegungen und inneren Widersprüchen zum Trotz, sofort tun könnten? Können wir nicht einfach darauf verzichten, billigen Kakao zu konsumieren oder andere Produkte, die auf unfairem Handel beruhen? Das greenpeace magazin meint dazu folgendes:
“Wer auf Schokolade nicht verzichten, aber Produkte aus Kinderarbeit meiden will, sollte auf das Fairtrade-Siegel achten. Bei fair gehandeltem Kakao werden den Lieferanten Mindestabnahmepreise und damit zuverlässige Einkommen garantiert. Im Gegenzug verlangen die Mitglieder der internationalen “Fairtrade Labelling Organizations” (FLO) von den Bauern unter anderem, dass Kinder, die auf elterlichen Plantagen helfen, zur Schule gehen, keine Jugendlichen unter 15 Jahren als Arbeiter angestellt werden und Jugendliche unter 18 nicht mit gefährlichen Chemikalien hantieren oder andere gesundheitsschädliche Tätigkeiten ausüben.
Aber lässt sich die Einhaltung der Regeln angesichts der Vielzahl kleiner Kakaobetriebe überhaupt überwachen? Laut Claudia Brück vom Verein Transfair, in Deutschland für die Vergabe des Fairtrade-Siegels verantwortlich, kontrollieren ortsansässige Partner ihrer Organisation die Produzenten in den Anbauländern. Zwar könnten die Miniplantagen meist nicht häufiger als einmal im Jahr besucht werden. Gerade im Kleinbauernmilieu würden sich Regelverstöße aber schnell herumsprechen und gemeldet.
78 Prozent der fair gehandelten Schokoladenprodukte auf dem deutschen Markt stammen zudem aus biologischem Anbau. Das Bio-Siegel bedeutet oft, aber nicht zwangsläufig, dass die Rohstoffe unter fairen Bedingungen produziert wurden. Die höheren Preise für Kakaobohnen aus Ökoanbau – der zum Beispiel den Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden verbietet – sind aber eine gute Voraussetzung dafür, dass Bauern ihre Kinder zur Schule schicken können.
Auch die konventionellen Kakaoverarbeiter beschäftigen sich mit dem Thema Kinderarbeit. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) setzt, so Geschäftsführer Karsten Keunecke, auf Elternaufklärung vor Ort in Kooperation mit den Regierungen der Elfenbeinküste, van Ghana und Kamerun sowie der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). Zu konkreten Projekten kann er allerdings kaum etwas sagen.
Übrigens: Bisher stammen nur etwa 0,5 Prozent der Weltkakaoernte aus Bio-Anbau, meist in der Dominikanischen Republik, Bolivien, Brasilien, Nicaragua, Tansania oder Madagaskar. Der Anteil fair gehandelten Kakaos ist mit 0,1 Prozent noch geringer. Hauptlieferanten sind die Dominikanische Republik, Ghana, Ecuador, Bolivien und Nicaragua.”
Ich glaube, dass die Befolgung dieses Ratschlags nicht zu schwierig sein dürfte. Und wem die Produkte aus fairem Handel zu teuer sind, der könnte einfach weniger konsumieren. Wer weiß? Vielleicht tut er damit auch etwas Gutes für seine Gesundheit. Diese Maßnahme ist nicht der große Wurf, weder besonders geistreich noch revolutionär. Aber sie ist ein Schritt, den wir machen können, weil er so einfach ist.
Das Leichte ist richtig.
Beginne richtig, und es ist leicht.
Fahre leicht fort, und es ist richtig.
Der richtige Weg, das Leichte zu finden, ist,
den richtigen Weg zu vergessen
und zu vergessen, dass er leicht ist.
Dschung-Tsu