Gedanken zu Integration und Zuwanderung

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert zu akzeptieren, dass systematische Zuwanderung notwendig ist. Die Junge Union warnt sogleich vor weiterer „Zuwanderung in unsere Sozialsysteme“. Der Außenminister sieht  „ein wohlverstandenes nationales Interesse zu fragen, wen wir einladen wollen, in Deutschland zu leben“ (sueddeutsche.de /15.10.2010). Alles läuft darauf hinaus, dass nur kommen soll, wer uns nützlich ist. Wie will man aber Menschen wirklich integrieren, die man letztlich nur unter dem Nützlichkeitsaspekt beurteilt (und sich dabei noch das Mäntelchen der christlich-abendländischen Werte überwirft)?

Im Menschenbild der christlichen Abendländer sind Einwanderer also entweder brauchbares Menschenmaterial oder Schmarotzer. Wo sie herkommen, warum sie ihre Heimat verlassen, welche globalen Entwicklungen die Flüchtlingsströme der Welt antreiben, wird ausgeblendet.

42 Millionen Menschen waren 2008 laut UNO auf der Flucht. Besonders Krieg, wirtschaftliche Not oder politische Verfolgung bringen Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Exportnationen wie Deutschland leben vom Welthandel und der Durchsetzung westlicher Interessen in allen Teilen der Welt. Diese Politik wird von den Problemen, die weltweite Immigrations- und Flüchtlingsbewegungen mit sich bringen, gern getrennt gesehen.

Die ganzen Debatten um Integration und Zuwanderung finden nicht im idyllischen Auenland der kleinen Hobbits statt, sondern in einem der kapitalistischen Zentren der Welt, von dem aus diese Welt geprägt, nach Beute durchstreift und vielleicht ruiniert wird.

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